Allgemeines
28.12.2003-hb
31.07.2016 zuletzt aktualisiert   
 



 

 

 

Unser Betrieb liegt in der Mitte Schleswig-Holsteins im Außenbereich des Ortes Breiholz bei Rendsburg, direkt am Nord-Ostsee-Kanal.
 

       

   

       
  

 




Bei unseren Suffolk-Herdbuchschafen legen wir Wert auf Tiere, die dem Namen Fleischschaf gerecht werden; ganz besonders bei den Böcken, damit die Mastlämmerproduzenten sich in dem immer härter werdenden Wettbewerb innerhalb der durch Osterweiterung erheblich vergrößerten EU behaupten können.
Daß wir damit auf dem richtigen Weg sind, beweisen die vielen Nachfragen nach Suffolkschafen mit guten Fleischpartien besonders aus dem süddeutschen Raum sowie aus der Schweiz und Österreich.
Gemäß der Blup-Zuchtwertschätzung haben die Nachkommen unserer Stammböcke im Durchschnitt Zunahmen von bis zu 607 g/Tag gehabt. Die gekörten Zuchtböcke werden daher deutschlandweit und im europäischen Ausland nachgefragt ebenso die weiblichen Schafe.

Bild oben links:  
Suffolkböcke im amerikanischen (links) und britischen (rechts) Typ

Bild oben Mitte:
Sieger-Lammbock der Royal Highland-Show/GB 
Deveronside Champion,  der 2009 bei uns im Deckeinsatz war.

Bild oben rechts:
unser Siegerbock 2010, ein Sohn von Deveronside Champion

Bild Mitte:    Jährlingsbock aus unserer Zucht

Bilder unten:
3 gekörte Suffolkböcke aus unserer Zucht mit ausgeprägten Fleischpartien an Keule und Rücken - den wertbestimmenden Teilen, die in der Mastlämmerproduktion sehr gefragt sind.

 


Suffolk-Lammböcke im Mai, Juni und Juli;
sie haben viel Fläche mit gutem Gras und erhalten etwas Kraftfutter dazu.
Durch diese tier- und leistungsgerechte Fütterung wird die optimale Nutzung der Wachstumsintensität der Böcke gewährleistet.

   
 

 


  
   Lammböcke auf ihrer Weide
  
 

 

 

Die Bocklämmer erhalten bis zur Körung (Ende Juli) pro Tag eine zugeteilte Kraftfutterration;

denn lt. Dr. Wolfgang Schlolaut und Prof. Dr. Günter Wachendörfer 
"hat die optimale, leistungsgerechte Fütterung eine entscheidende Bedeutung, wenn das Schaf im Wettbewerb mit den anderen fleischerzeugenden Nutztierarten bestehen soll. Sie ist kurzfristiger und einfacher zu realisieren, als es Leistungssteigerungen durch züchterische Maßnahmen sind. Ganz abgesehen davon ist es wenig sinnvoll, die genetische Leistungsveranlagung weiter zu verbessern, wenn nicht von den Möglichkeiten Gebrauch gemacht wird, die vorhandenen Anlagen durch die Verbesserung der Umweltbedingungen, d. h. auch der Fütterung, zu realisieren."Danach wird bis zur Auktion verhaltener zugefüttert, ab Anfang September gar nicht mehr. Im Oktober werden sie geschoren und kommen in den Stall.

 


  
   Züchter und Besucher

  

   die Körkommission

  
   Lammböcke warten auf die Körung



Ende Juli jeden Jahres ist der wichtigste und interessanteste Tag im Zuchtjahr auf unserem Hof, die Körung der Böcke und Herdbuchaufnahme der weiblichen Tiere durch den Landesverband.
Mehrere Züchter kommen mit ihren Tieren und einige Besucher.

Die Lammböcke, bis Anfang März des laufenden Jahres geboren, werden der Körkommission vorgestellt.
Das Gewicht wird festgestellt, Ultraschallmessung des Rückenmuskels vorgenommen sowie Noten für die Bemuskelung, Wolle und äußere Erscheinung vergeben und der Index berechnet.
Es wurden jährlich zwischen 45 und 90 Lammböcke zur Körung vorgestellt, von denen einige zur den Auktionen kommen und ca. 80 % ab Hof verkauft werden. Jährlingsböcke stellen wir im Sommer nicht vor.
Im Rahmen der BLUP-Zuchtwertschätzung wurden bereits alle Böcke im Frühjahr einmal gewogen, die Ultraschallmessung vorgenommen sowie eine Note für die Bemuskelung vergeben.
Die Mutterlämmer erhalten ebenfalls Noten für Bemuskelung, Wolle und äußere Erscheinung.

Bis 2014 wurden fast 1.600 Böcke aus unserer Zucht gekört, die abstammen von:
29 Zuchtböcken aus deutschen Herdbuchzuchten,
22 Zuchtböcken aus eigener Nachzucht,
53 Importböcken überwiegend aus Großbritannien
     (Schottland) und einigen anderen Ländern u. a.
     2  neuseeländischer Abstammung (den bisher
     einzigen, die nach Deutschland gekommen sind, je
     1 aus DK und GB)
14 ausländischen Böcken durch Besamung und Zukauf
     tragender Mutterschafe.

 


Den Schafen stehen mehrere große Weiden am Hof zur Verfügung, von denen wir auch das Winterfutter (Rundballensilage und/oder Heu) bergen.
Die Weiden werden 2 x übergemäht - damit die Schafe immer frischen Aufwuchs haben - das Gras zu Rundballen mit 1,20 m Durchmesser gepreßt, 
nach Hause gefahren und eingewickelt. Bis auf Pressen und Wickeln erledigen wir die Arbeiten selbst.
Das Stroh für die Einstreu bergen wir von unseren Getreideflächen. Bis auf das Mähdreschen, werden allen Arbeiten von uns erledigt.


oben: Suffolk-Jährlinge mit Lämmern           unten: Suffolk-Mutterschafe mit Lämmern



oben: Siloernte
unten:  Aussaat und Getreideernte

unten: Strohbergung für den Winter


In der ersten Augustwoche stellen wir die Deckgruppen  zusammen und die Zuchtböcke kommen zum Einsatz.
Ab Oktober kommt ein Bock zwischen die Mutterlämmer.


oben: Deckgruppen von Suffolk-Mutterschafen
unten: Deckgruppe von Suffolk-Mutterlämmern

  
 
    
Schafe an der Leckmasse, von der die Braunfärbung am Hals stammt


 

 

Ab November erhalten alle Mutterschafe Leckmasse Crystalyx/Extra Energie rot, ein hochwertiges Ergänzungsfutter, das sehr gut angenommen wird, Kraftfutter erhalten sie nicht. Wir nehmen die 80 kg Plastikkübel, weil diese gut auf der Weide stehen und nicht umkippen.

      
     

      


 
                                           Suffolk-Jährlingsböcke
 im Oktober nach der Schur im Stall             im Januar bei gutem Wetter draußen




Mitte Oktober kommen die noch vorhandenen gekörten Lammböcke und die jüngeren Bocklämmer, die seit Ende August ohne Zufütterung auf der Weide liefen, in den Stall und werden geschoren.

Im Januar des nächsten Jahres werden sie zur Körung vorgestellt und aus ihnen die Zuchtböcke ausgewählt, die zur Eliteauktion kommen.


 

   

   Schafschur im Dezember  


Wir lassen die Schafe Mitte Dezember scheren, bis dahin laufen sie ohne Zufütterung draußen.
Die Schur vor dem Ablammen gefällt uns sehr gut. Die Tiere sind sauber, trocken und benötigen nicht so viel Platz. Außerdem sehen wir besser, wenn sie anfangen zu lammen und die Lämmer finden das Euter leichter.
Nach der Schur erhalten alle Schafe die jährliche einmalige Wiederholungsimpfung mit Heptavac-P plus. Es wirkt gegen 8 Krankheiten und schützt das Lamm über die Kolostralmilch gegen Tetanus und Breinierenkrankheit. Optimal ist es, die Mutterschafe 4 - 6 Wochen vor dem Lammen zu impfen. Bei der Grundimpfung sind 2 Injektionen im Abstand 4 - 8 Wochen erforderlich.
               
 
 



Im Januar jeden Jahres ist die  Winterkörung des Landesverbandes Schleswig-Holsteinischer Schafzüchter in unserem Hause, wo mehrere Züchter Böcke verschiedener Rassen vorstellen, auch die Schwarzkopf- und Suffolkböcke, die zur Elite-Auktion kommen.
Da wir seit 2008 die Elite-Auktion nicht beschicken, vermarkten wir die gekörten Jährlingsböcke nur noch ab Hof.


links oben:    Winterkörung 2010

links unten:   2 Suffolk-Jährlingsböcke

                  links:  DE010110019945           rechts: DE010110061790 
                     V: 14462 B*                             V: Howeburn Mercator         
                     8-8-8  11 1/2 Mon 122 kg           8-8-8   9 Mon 97 kg
 

 
  
  
   Böcke in Stall 2          Mutterschafe in Stall 1
  
    



Alle Tiere sind in einem Gebäude untergebracht;
die Jährlings-, Lamm- und Zuchtböcke sind in einem Stall, die Mutterschafe/Mutterlämmer in vier Ställen.
Es sind 25 - 40 Tiere in einem Stall, der auf der einen Längsseite eine Raufe und auf der anderen einen Trog hat. Die Wasserversorgung erfolgt über Selbsttränken.
Morgens und abends wird Rundballensilage und Kraftfutter verteilt.
Transport und Durchschneiden der Rundballen erfolgt maschinell, das Verteilen im Stall in Handarbeit.
Einmal am Tag werden alle Ställe eingestreut.
 
Nach der Stallsaison lassen wir mit einem Bobcat ausmisten, was nicht mal einen Tag dauert.


   
  oben:  unser Ablammstall


 
  
  Mutter + Lämmer           Lämmerschlupf
  in großer Box                in Stall 3
 

      
  Muttern + Lämmer in Stall 1      Lämmer am Milchautomaten
 


Die Ablammsaison beginnt im Januar.
Im großen Ablammstall sind 16 Buchten, im kleinen 5.
Je 2 nebeneinander liegende Buchten haben eine Raufe und Selbsttränke; im unteren Teil sind sie mit Holz verkleidet, oben sind horizontale Rohre, damit die Muttern andere Schafe sehen können. Als wir noch Holztrennwände bis oben hatten, waren die Tiere unruhig, was jetzt nicht mehr der Fall ist.

Nach dem Ablammen bleibt das Schaf einige Tage in der Ablammbucht, dann kommen 25 - 30 Muttern mit ihren Lämmern in einen Stall mit Lämmerschlupf, wo die Jungtiere langsam an das Kraftfutter gewöhnt werden.
Denn entscheidend für die Wirtschaftlichkeit ist die optimale Nutzung des genetischen Leistungsvermögens, insbesondere die hohe Wachstumsintensität gepaart mit der günstigen Futter-verwertung, der Tiere.

Bei Drillingen  nehmen wir ein Lamm ab, das an den Milchautomaten kommt, da es sonst bei den Suffolkmuttern, die eine sehr gute Milchleistung haben, zu Problemen kommen kann.
Milch am Automaten erhalten sie ja nach Milchpulversorte für 4 - 6 Wochen.

Alle Schafe - Muttern, Lämmer, Jährlings- und Zuchtböcke -
erhalten das gleiche gepreßte Schaffutter, das nach
unserer Rezeptur zusammengestellt wird:
10,8 MJ ME
mit 16 % Rohprotein, 9,30 % Rohasche,
3,20 % Rohfett, 8,60 % Rohfaser,
1,65 % Calcium, 0,45 % Phosphor, 0,60 % Natrium,
als Zusatzstoffe Vitamine und Selen.

   
   
    Mutterlämmer im Mai

  
   
   Futterautomat mit Lämmerschlupf




 

Nach ca. 2  Monaten werden die Lämmer stallweise abgenommen und zum ersten Mal selektiert. Wenn das Wetter es zuläßt, kommen die Muttern auf die Weide.

Die Lämmer bleiben im Stall und gehen je nach Wetterlage und Aufwuchs im April nach draußen.

 

Die spät geborenen Lämmer kommen mit ihren Muttern - überwiegend Jährlinge - auf die Koppel. Sie haben am Futterautomaten mit Lämmerschlupf, den wir in Großbritannien gekauft haben, Zugang zum Kraftfutter. Die untere Querstrebe verhindert, daß sich Mutterschafe hindurchzwängen. Mit der oberen Querstrebe wird der Schlupf der Größe der Lämmer angepaßt.


         
     Bild 1               Bild 2                 Bild 3


Wenn die Lämmer abgenommen wurden, bleiben die Muttern noch einige Tage drinnen.  Nach dem Klauen Schneiden kommen sie auf die Weide.
Im "Schafdreher" geht das Schneiden der Klauen einfach:
Bild 1) Tiere laufen hinein
Bild 2) Tiere werden fixiert und gedreht
Bild 3) Schneiden in angenehmer
          Arbeitshöhe.


 
oben: Siegerbock        oben: Siegerbock auf   
auf der Auktion in         auf der Auktion in Husum
NMS in 2008                am 25.08.2009
 
 


 

Die meisten Suffolk-Zuchtböcke werden ab Hof vermarktet, einige auch über die beiden schleswig-holsteinischen Auktionen in Neumünster und Husum sowie bis 2007 über die Eliteauktion.

Viele sorgen als Vatertiere in Gebrauchsschafherden für die vom Markt geforderten Lämmer mit Fleischfülle sowie sehr guter Bemuskelung oder kommen bei Züchtern im In- und Ausland zum Einsatz.

2008 stellten wir
den Siegerbock auf der Auktion in Neumünster

2009
den Siegerbock auf der Auktion in Neumünster und den Siegerbock auf der Auktion in Husum

2010
den Siegerbock auf der Auktion in Neumünster

 

   
             Bild 1                                            Bild 2

 

Die Lämmer erhalten seit 2006 die Doppel-Ohrmarken gemäß VVVO zur Einzeltierkennzeichnung, auf denen in Schleswig-Holstein auch die Herdbuchnummer steht. (s. Bild 1)
Dieses System gefällt uns prima: es ist für den Züchter einfach zu handhaben, außerdem tiergerechter als das bisherige Tätowieren (in ein Ohr 2 Ziffern, ins andere Ohr 5 Ziffern) und nicht so arbeitsintensiv. Von vorne ist die Nummer des Betriebes gut erkennbar, auf der Rückseite die "Herdbuchnummer".
Die Marken halten sehr gut, bisher sind bei uns noch keine verloren gegangen.

Die neuen elektronischen Ohrmarken, die für Schafe, die ab dem 01.01.2010 geboren sind, verwendet werden müssen, sind  ebenso gut zu handhaben wie die Ohrmarken ab 2006.  Wozu das runde elektronische  "Wunderding" (s. Bild 2) im rechten Ohr unbedingt erforderlich ist, wird allerdings wohl ein Geheimnis derjenigen bleiben, die die Einführung durchgesetzt haben.

 
    


Viele schafinteressierte Besuchergruppen aus dem In- und Ausland waren auf unserem Betrieb zu Gast, um sich über die Fleischschafrasse Suffolk zu informieren und die Breyhahn-Suffolks zu besichtigen.


 




 

Neben sehr vielen Landes-Tierschauen waren wir auch auf Bundesschauen mit unseren Schafen vertreten und wurden
für viele  Bundessieger/innen, Züchtersammlungen ausgezeichnet.

 

Zwischenzeitlich sind von uns gezüchtete Tiere bzw. deren Nachkommen auch auf Bundesschauen und Regionalschauen in der Schweiz und in Österreich erfolgreich gewesen.


 

 

Für sein außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement
und seine züchterische Leistung erhielt Rolf Breyhahn den Ehrenpreis der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein für beispielhafte Leistungen in der Tierproduktion.

Hervorgehoben wurde insbesondere sein langjähriges, erfolgreiches Wirken im Ehrenamt, mit dem er nachhaltige züchterische Akzente gesetzt hat, insbesondere Einführung der Scrapie-Genotypisierung  und der Blup-Zuchtwertschätzung.